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Geschichte der Stiftung

Am 27. Januar weiht Albert Schweitzer am Ufer des Ogowe, in Adolinanongo, einige Kilometer von der Missionsstation von Andende entfernt, sein drittes Spital ein, wo er 1913, zusammen mit seiner Frau Helene, seine Tätigkeit als Arzt begonnen hatte.

Diese neue Anlage bietet ihm ausreichend Platz, der für die gute Organisation des Spitals notwendig ist und die seinem Willen entspricht, ein, wie er es nennt, „völlig unabhängiges und autonomes“ Werk zu errichten. Das neue Spital erhält keinerlei Subventionen von einer Missionsstation oder irgendeiner Regierung. Es ist das barmherzige Werk von Menschen in Europa, die zutiefst berührt sind von der Notlage der Afrikaner, die ohne jede medizinische Hilfe auskommen müssen. Es zählt auf die Anerkennung, die die Europäer, die von der grandiosen Entwicklung der modernen Medizin profitieren, als freiwillige Spende den Benachteiligten des schwarzen Kontinents zukommen lassen werden. Um sein Ziel zu erreichen, ersucht er ab 1924 die Kolonie um eine Konzession, die ihm für einen befristeten Zeitraum gewährt wird. Entsprechend der Gesetzeslage wird er im Jahr 1932 Besitzer der Fläche, auf der er sein Spital errichtet hat. Am 19. Dezember 1930 gründet Albert Schweitzer die Vereinigung des Dr.-Schweitzer-Spitals. Diese Vereinigung mit Sitz in Colmar bei Strassburg begleitet von nun an die Entwicklung des Spitals und wird 1933 Eigentümer der Gebäude und Flächen. Albert Schweitzer leitet diese Vereinigung bis 1956, ihm folgt Dr. Frédéric SCHNEPP in dieser Funktion. Nach dem Tod von Albert Schweitzer am 4. September 1965 wird Dr. Frédéric TRENSZ Präsident der Vereinigung, während Rhéna SCHWEITZER, dem Willen ihres Vaters folgend, die Verwaltungsleitung des Spitals übernimmt und Dr. Walter MUNZ dessen ärztliche Leitung. 1971 gibt sich die Vereinigung eine neue Satzung und wird zur AISL («l’Association Internationale de l’Hôpital Albert Schweitzer à Lambaréné et de son Œuvre» / «Internationale Vereinigung des Albert-Schweitzer-Spitals in Lambarene und seines Werkes»). Es werden zwei Kommissionen gebildet, die Kommission Geistiges Werk übernimmt die Verbreitung und die Bewahrung von Schweitzers geistigem Werk, und die Spitalkommission übernimmt die Leitung des Spitals.

Auf die notwendige Weiterentwicklung des Albert-Schweitzer-Spitals reagierend, erarbeiten die Verantwortlichen der AISL eine neue Satzung für diese Einrichtung. Am 28. September 1974 wird in Strassburg die FISL gegründet («Fondation Internationale de l’Hôpital du Docteur Albert Schweitzer à Lambaréné» / «Internationale Stiftung des Albert-Schweitzer-Spitals in Lambarene»). Diese Stiftung nach Gabuner Recht leitet von nun an das Spital. Sie wird durch einen Stiftungsrat geleitet, der die multikulturelle Ausrichtung des Schweitzerwerkes gewährleistet. Ihre Gründungsmitglieder sind Dr. Holm HABICHT, Präsident (Deutschland), Max CAULET, Spitaldirektor und Vizepräsident (Frankreich), Dr. Walter Munz, Vertreter der AISL (Schweiz), Alain DOUVIOGOU, Leiter des Lepradorfes (Gabun), Pfarrer BEKALE (Gabun).

Von Anfang an bemühen sich die Verantwortlichen der Stiftung um das finanzielle Gleichgewicht des Spitals und um die Realisierung der Pläne für den Bau eines neuen Spitals. Die Regierung Gabuns unterstützt die Stiftung mit regelmäßigen finanziellen Zuwendungen und gewährleistet damit die Finanzierung des neuen Spitals.

Im Januar 1976 wird Max CAULET Präsident der Stiftung. Der Stiftungsrat wird um zwei Vertreter der Gabuner Regierung erweitert. Max CAULET richtet seine gesamte Kraft darauf, alle Geldmittel zusammenzufassen, um den Bau des neuen Hospitals auf der Grundlage der Pläne des Schweizer Architekten Maurice LACK zu ermöglichen. Mit einer enormen Hartnäckigkeit und einem grenzenlosen persönlichen Engagement beginnt er 1976 mit dem Bau. Trotz andauernder Schwierigkeiten und einem nur mühsam aufrecht erhaltenen finanziellen Gleichgewicht wird das Bauvorhaben erfolgreich abgeschlossen und das neue Spital am 17. Januar 1981 eingeweiht.

Im Jahr 1982 tritt Max CAULET nach 10 Jahren intensiver Arbeit und eines außerordentlichen persönlichen Engagements als Präsident zurück und setzt von nun an sein Werk in anderen humanitären Einrichtungen fort. Der Schweizer Carlo GRAF folgt ihm für sechs Jahre in dieser Funktion. Der Stiftungsrat wählt dann den Franzosen Othon PRINZ, dem 1995 der Schweizer Pierre BERSIER folgt. Im Jahr  2001 kommt Maryvonne LYAZID als erste Frau an die Spitze der Stiftung. Im Jahr 2007 wird der Deutsche Roland WOLF zum Präsidenten gewählt. Ihm folgt 2010 Dr. Lachlan Forrow aus den USA.

Von 1982 bis in die Gegenwart hinein liegt es den Präsidenten und den Mitgliedern des Stiftungsrates sehr am Herzen, die Modernisierung des Spitals voranzutreiben, obwohl es nach wie vor schwierig ist, das finanzielle Gleichgewicht der Einrichtung zu erhalten. Neue Abteilungen werden eingerichtet (eine Zahnklinik, eine medizinische Forschungsabteilung, die Buschambulanzen, ...), große Investitionen werden vorgenommen (Beleuchtung durch Solarenergie, Pavillons für die pädiatrische und die innere Abteilung, Schulen, Aufbereitung von Trinkwasser, Sanierungsarbeiten, ...). Die Ausstattung des Spitals wird ständig modernisiert (biologisches und bakteriologisches Labor, Radiologie, der Krankenwagen, der OP-Trakt, ...). Daneben werden große Anstrengungen zur Ausbildung des ausschließlich aus Afrika stammenden medizinischen Personals und des Hilfspersonals unternommen.

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